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Hutknigge

Manieren rund um die Kopfgedeckung

 

Hut-Knigge, wann zieht der Gentleman seinen Hut. Benehmen rund um den Hut.

Breitkrempige Hüte werden eher tagsüber getragen und gegen Abend abgelegt.

Beim Betreten einer geschlossenen Räumlichkeiten nimmt man den Hut ab. Die Kopfbedeckung gehört bei Personen männlichen Geschlechts jedenfalls im christlichen Teil Europas, Amerikas und Australiens in geschlossenen Räumen nicht auf den Kopf. Das bedeutet also , betritt der Herr einen geschlossenen Raum, wird der Hut sofort gelüftet und bleibt so lange vom Kopf, bis der Hutträger wieder im Freien steht. Uniformträger wie zum Beispiel Offiziere, Polizisten oder Piloten nehmen ihre Mütze allerdings auch beim Betreten eines Raumes ab, wie die männlichen Hutträger.

  • Ausnahme: Die Frau kann die Kopfbedeckung immer aufbehalten. Generell gilt, die Dame muss es fast nie, es sei denn, sie hat den Hut als Kälteschutz aufgesetzt und geht in einen Raum, in welchem man ausführlich – etwa zu einem längeren Dîner  sitzt. Dann legt auch die Dame ihren Hut ab und lässt ihn in der Garderobe hängen. Zu Stehpartys dagegen, zu Empfängen, zu Soirées, die durchaus auch im Raume stattfinden, zu Gottesdiensten, zum Beispiel bei Hochzeiten, wahlweise auch zum eher nicht stundenlangen Kaffee und zum Kurzbesuch bei Bekannten, darf, muss aber der Damenhut keineswegs, den Kopf der Damen weiter zieren.

  • Ausnahme: Kopfbedeckungen die den Arbeitsschutz dienen.

Kirchenbesuch:

  • Nur bestimmte Religionen, vor allem die jüdische, schreiben dem Herrn in der Kirche eine Kopfbedeckung vor. In christlichen Kreisen ist es gerade umgekehrt. Selbst beim Gebet im Freien, etwa auf dem Friedhof, nimmt der kultivierte Herr seinen Hut ab, wenn es sich um eine christliche Andacht handelt.

Restaurantbesuch:

  • Der Mann nimmt den Hut während des Essens in einem Restaurant ab (siehe Regel 2 "geschlossene Räumlichkeit").
  • Ausnahme: Wenn der Hut zur Tracht gehört, behält ein Mann ihn auch am Tisch beim Essen auf.

Garderobe:

  • Randlose Formen wie Bibi, Toque, Pillbox, Turban oder Haarschmuck passen je nach Ausarbeitung zur abendlichen Garderobe, genauso wie zur Tageskleidung.

Höflichkeitsgesten:

  • Im Freien lüftet der Herr seinen Hut, sobald er jemanden grüsst. Diese Geste bedeutet Respekt vor dem anderen und wird unabhängig davon gezeigt, ob der andere nur mit einem leichten Kopfnicken, also ohne Handschlag begrüsst wird, oder ob die beiden Grüssenden stehen bleiben und sich die Hand geben. Differenzierter wird diese Höflichkeitsgeste bei Mützen gehandhabt. Der kultivierte Mann behandelt eine Schirmmütze, dazu gehört natürlich auch ein Baseballcap, genau so, wie einen Hut. Aber auch diese Regel enthält eine wichtige Ausnahme für Uniformträger.
  • Ausnahme für Träger von Uniformen. Der Uniformträger, also zum Beispiel der Offizier oder der Polizist oder der Pilot (falls dieser überhaupt eine Mütze trägt), behält seine Mütze beim Grüssen immer auf dem Kopf.
  • Ausgenommen von jeglichem Abnehmzwang sind Träger von Pudelmützen, Baskenmützen, Skimützen und ähnlichen Kopfbedeckungen ohne Schirm und Krempe ausserhalb von geschlossenen Räumen, und
  • ausgenommen ist auch auch die Kippah der Juden. Diese kann von männlichen Juden immer getragen werden, auch jüdische Damen dürfen sie tragen. Und sie wird besonders gerade in den Fällen getragen, in denen Christen eher ihren Hut abnehmen wie in der Synagoge und beim Gebet, etwa vor dem Essen, und auf dem Friedhof. Die Kippah (Plural: Kippot) vermittelt die Verbindung des Menschen mit Gott.

Bei allen anderen Gelegenheiten bestimmt das persönliche Befinden des Hut- oder Mützenträgers über das Auf- oder Ablegen der Kopfbedeckung.

Fazit: Der feine Mann macht nichts falsch, wenn er im Zweifel den Hut abnimmt.

Diese Informationen wurden nach bestem Gewissen und Wissen zusammengetragen.