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Hut Guide

Hut Guide

Eine kleine Hut-Guide

Einblick in die Geschichte

In früheren Zeiten unterschieden sich die Angehörigen der verschiedenen Stände, Adlige, Bürger und Bauern nach der Art ihrer Kleidung. Mit der Kleidung ordnete der Mensch seinen Platz im bürgerlichen Leben ein. In der Schweiz und in Deutschland wurde es etwa im 10. Jahrhundert Brauch, eine Kopfbedeckung zu tragen, später, im 12. und 13. Jahrhundert, trug man hierzulande sehr verschiedene Kappen und Hüte, und ab dem 14. Jahrhundert machten auch die Franzosen den Hut populär. Der Hut wurde zu einem in ganz Europa beliebten Accessoire der Kleidung und kennzeichnete den höheren gesellschaftlichen Status: Nur Abkömmlinge aus dem Adel durften geschmückte Hüte bzw. Kappen aus edlem Material tragen.

Der Zylinder war noch bis zum Ende der 50er Jahre in der Schweiz und in Deutschland die klassische Ergänzung zum Frack und zum Cutaway. Während der feine Herr zum Cutaway, dem klassischen offiziellen Morgenanzug, den steifen, nicht zusammenklappbaren Biberhut trug, also den Zylinder der mit schwarzem Biberfell umlegt war, trug er zur abendlichen Premiere zum Frack den Chapeau claque, den schwarzen seidenbespannten Zylinder zum Zusammenklappen.

Später wurde der Zylinder vielfach durch den sogenannten „steifen Hut“ ersetzt, den die Engländer „Bowler“ nennen. Diesen gab es in den Farben schwarz und grau. Auch den Bowler sieht man heute eigentlich nur noch im Kabarett.

Der runde Bowler Hat wurde durch den „Homburg“ abgelöst, ebenfalls einen steifen Hut, der aber schon die seitlichen Innenbeulen und die Innenbeule auf der oberen Hutrundung aufweist, dennoch – insofern ähnlich, wie der Bowler – eine steife, ringsum nach obengewendete Krempe besitzt. Auch den Homburg kann man heute nur noch sehr vereinzelt und meist auch nur bei sehr alten vornehmen Herren entdecken.

Das Aussehen des Hutes hat sich im Laufe der Zeiten immer wieder gewandelt. Aber seine Rolle hat sich nie in seiner Nützlichkeitsfunktion als Kopfwärmer erschöpft. Der Hut diente immer als Krone des Hauptes. Er schützt nicht nur vor kalter, nasser und warmer Witterung und vor Sonne, Schnee und Regen, sondern verleiht dem Träger Stil und sendet der Aussenwelt eine Botschaft.

Wenn eine Dame einen Hut trägt, so lässt das verschieden Interpretationen zu. Zu einem freudigen Ereignis, einer Hochzeit oder dem Bummel durch die Stadt möchte sie sich eher zeigen, Aufmerksamkeit erregen, ihren Style oder ihre Eleganz betonen. Zu einem traurigen Ereignis will sie mit dem Hut, vielleicht sogar mit einem netzartigen Schleier, eher ihr möglicherweise von Trauer gekennzeichnetes Gesicht nur verschwommen sichtbar werden lassen.

Der Hut ist inzwischen zu einer Ergänzung der Kleidung avanciert, die man im Alltag nicht unbedingt benötigt, aber gerade dann, wenn man einen Hut trägt, sendet man eine zusätzliche Information über sich aus. Der Hut ist das Accessoire, das als Botschaft am wirksamsten vermittelt, was der Träger und die Trägerin der Umgebung mitteilen wollen. Durch das Material, die Form, die Farbe und den Schmuck des Hutes kann sich eine Frau in eine Sexgöttin, eine mystische Fee, einen bohêmehaften Teenager, eine Abenteurerin, eine romantisch Verträumte, eine elegante Dame oder eine rätselhafte, geheimnisvolle Frau verwandeln.

Beim Herrn ist diese Funktion des Hutes nur in sehr eingeschränkter Form stilbildend. Ein Herr, der in der Schweiz oder in Deutschland mit einem Zylinder über die Strasse geht, wird sich eher lächerlich machen, als die Wirkung seiner Würde zu erhöhen. Den Zylinder sieht man selbst auf Beerdigungen nicht mehr. Er wird eigentlich nur noch – in grauer Farbe – beim Pferderennen in Ascot von stilbewussten Engländern mit selbstverständlicher Würde zum gleichfarbigen Cutaway getragen.

 

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Wie trägt man Hut heute? 

Immer wieder werde ich gefragt, ob es irgendwelche speziellen Regeln beim Huttragen gibt die man einhalten sollte.

 

Hüte, die schräg geschnitten sind, setzt man so auf, dass die linke Gesichtshälfte frei bleibt, das bedeutet, man zieht den Hut ein wenig auf die rechte Seite herunter. Das hat historische Gründe. Früher ging der Mann stets links, und man wollte ihm ja nicht bewusst die bedeckte Seite zuwenden. Tatsächlich gibt es heute Couture Hutmacher die Hüte kreieren, die so geschnitten waren, dass man sie linksseitig tragen muss.

Die Etikette - Damen dürfen den Hut immer aufbehalten, auch drinnen, was natürlich besonders für die Kirche bei der eingen Hochzeit gilt. Der Hut ist Bestandteil der Brautkleidung, und es ist nicht erwünscht, ihn abzulegen, ist doch die Frisur in den Hut eingebunden. Natürlich kann er dann auch beim Hochzeitsessen aufbehalten werden, es sei denn, er ist allzu gross und damit eine echte Behinderung.

Bei einem Empfang abends, wenn die Dame sich nicht umziehen und neu frisieren kann, ist es erlaubt, den Hut aufzubehalten. Eine Ausnahme gibt es beim Theaterbesuch, im Kino, im Konzert. Da würde ein Damenhut die Sicht stören, deshalb würde auch die Person hinter Ihnen Sie mit Recht darum bitten den Hut absetzen. Regen- und Sonnenhüte werden auch immer abgelegt.

 

Herren setzen ihren Hut in geschlossenen Räumen immer ab, was ebenfalls historisch bedingt ist: Im Mittelalter trugen die Ritter ihre Rüstung,  und wenn sie den Helm abnahmen und den Kopf ungeschützt zeigten, galt das als Zeichen des Vertrauens.

Der Hut als Bestandteil der Kleidung muss zum Rest passen, spezielle Regeln, wie zum Beispiel, ob das Kleid bzw. der Mantel heller/dunkler sein darf als der Hut, sind nicht bekannt. Da verlässt man sich am besten auf sein Modegefühl. Extreme Farbunterschiede sollte man generell vermeiden.

Wussten Sie, dass im Mittelalter nur Adelige prunkvolle Hüte tragen durften? Nicht jedermann durfte sich in diesem Jahrhundert als Pfau präsentieren. Welchen Hut man heute für einen Event wählt, ist zum Glück keinen Vorgaben oder Vorschriften unterworfen.

Wer gern Hüte trägt, sollte sich auch über die Aufbewahrung bzw. den Transport der guten Stücke Gedanken machen. Hier empfiehlt sich Hutschachtel oder -koffer, denn professionell verstaut wird man besonders mit seinen Lieblingen aus Stroh, die bei allzu trockener Luft gern brüchig werden, länger seine Freude haben. Davon abgesehen, macht sich eine dekorative Hutschachtel immer gut, sei es im Kleiderschrank, im Ankleideraum, oder auch einfach nur als Dekoration. Ein Vorteil ist, dass mehrere Boxen übereinander gelagert werden können. Sehr hübsch sind meiner Meinung nach Exemplare im Vintage bzw. Shabby Chic Look.

 

Bei uns erhalten Sie die geeignete Aufbewahrungsbox beim Kauf eines exklusiven Hutes gleich mit dazu. Ansonsten können Sie bei uns eine RISA Hutschachtel auf Nachfrage erwerben.